Meldepflichten in der EU belasten bayerische Unternehmen schwer

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Bayerische Unternehmen empfinden die derzeitige Umsetzung der Entsenderichtlinie als unnötige Last fernab des tatsächlichen betrieblichen Alltags. Das zeigte sich am 27. Februar 2019 bei einem Erfahrungsaustausch zu dem Thema bei Netzsch in Selb.

Die Beachtung der EU-Meldepflichten wird von vielen – gerade klein- und mittelständischen - Unternehmen bisher eher stiefmütterlich behandelt. Leider gibt es jedoch zahlreiche  Länder, wie beispielsweise   Österreich, Frankreich, die Benelux Staaten,Spanien und die Schweiz, die entweder hohe Strafen verhängen können, oder wo Kunden Mitarbeiter ohne Meldenachweis nicht auf das Firmengeländelassen.

Der VDMA, gemeinsam mit dem Kooperationspartner Inhouse Mobility GmbH, empfiehlt Unternehmen dringend, die EU-Meldepflichten zu beachten. Leider fällt die Umsetzung der EU-Meldepflichten in die Hoheit der jeweiligen EU-Mitgliedstaaten.  Diese haben ihre Bestimmungen aber sehr unterschiedlich umgesetzt, wodurch entsendende Unternehmen mit einem Flickenteppich von Regelungen konfrontiert sind.  Entsprechend schwierig gestaltet sich das Verfahren im Unternehmen. Vor allem kleinere Unternehmen klagen in Bayern darüber, dass die Einführung eines firmeninternen Prozesses zusätzliche Arbeit bedeutet, da nur wenige Unternehmen tatsächlich neues Personal für rein administrative Tätigkeiten einstellen.

Wir empfehlen Firmen dringend, die EU-Meldepflichten zu beachten!                           

Yvonne Heider, VDMA

Interessant war für die Teilnehmer daher einerseits, welche Vorgaben überhaupt existieren und wie sich diese in den einzelnen Ländern unterscheiden. Zum anderen wollte man sich Rat holen, wie und wo ein solcher Prozess begonnen werden kann.

Ein Best Practice Beispiel kam dazu von Multivac. Dort begann der Prozess bereits vor über 2 Jahren, als nach einem Vorfall auch die Geschäftsführung auf die Problematik aufmerksam wurde. Mittlerweile hat man bei einigen hundert Dienstreisen pro Jahr sogar eine eigene Fachkraft in der Personalabteilung angesiedelt, die dafür sorgt, dass die Meldepflichten eingehalten werden. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe dabei, so auch der Tenor der Teilnehmer, ist die Sensibilisierung der eigenen Kollegen, die oft „einfach losfahren,“ ohne Rücksicht auf die Erfüllung bestehender rechtlicher Vorgaben. Gerade im Grenzland Bayern, wo Unternehmen eng mit den Nachbarländern verflochten sind, kann dies schnell problematisch werden.

Auf Grund der Dokumente, die Arbeitnehmer auf ihren Reisen mitführen müssen (z.B. Gehaltsnachweis), empfiehlt es sich, das Thema in der Personalabteilung anzusiedeln. Dies ist nach den Teilnehmern auch in den meisten Unternehmen der Fall. Bei vielen wird es aber auch vom Service oder den Monteuren selbst gehandhabt. Ein Beispiel dafür war der Gastgeber, Netzsch, wo noch der Entscheidungsprozess hin zu einem einheitlichen firmeninternen Prozess läuft. In der Diskussion zeigte sich deutlich, dass sich viele Teilnehmer bei diesem Thema überfordert fühlen. Eine korrekte Bearbeitung stellt hohe Ansprüche an die oft schon an der Kapazitätsgrenze arbeitenden Unternehmen.

Der VDMA bietet mit seinem Meldepflichten-Portal in Deutsch und Englisch eine umfassende Anlaufstelle – exklusiv für VDMA-Mitglieder. Sie finden dort neben allgemeinen Grundlagen und Informationsblättern für jedes Europäische Land auch Informationen zu den VDMA Veranstaltungen sowie unsere Öffentlichkeitsarbeit. Im Fokus steht hierbei, der Politik in Berlin und Brüssel die konkrete bürokratische Belastung aufzuzeigen – zumal unsere Branche in keiner Weise des Sozialdumpings verdächtig ist.