Auftragseingang im bayerischen Maschinenbau Januar 2020

Shutterstock

Der Auftragseingang im bayerischen Maschinen- und Anlagenbau lag im Januar um real 32 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres. Das Inlandsgeschäft verzeichnete dabei ein Plus von 32 Prozent. Das Auslandsgeschäft verbesserte sich ebenfalls um 32 Prozent, teilte der VDMA Bayern mit.

Großaufträge verzerren Jahresanfang

Der von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflusste Dreimonatsvergleich von November 2019 bis Januar 2020 zeigt ein anderes Bild. In dieser Periode legten die Bestellungen insgesamt nur um 1 Prozent zu, wobei die Inlandsaufträge um 8 Prozent stiegen und die Auslandsaufträge ein Minus von 2 Prozent verzeichneten.

„Das extreme Wachstum im Januar ist leider nicht auf eine nachhaltige Konjunkturbelebung zurückzuführen. Einige Großaufträge verzerren das Bild massiv. Wir rechnen damit, dass sich die Auswirkungen von Corona und das generell schwache Investitionsklima in den nächsten Berichtsmonaten auch in den Orderzahlen widerspiegeln werden“, sagte Elgar Straub, Geschäftsführer des VDMA Bayern.

Corona-Virus und Lieferketten

Die Produktionsausfälle in China aufgrund des Corona-Virus werden voraussichtlich auch im deutschen Maschinenbau für Einbußen sorgen. China ist nicht nur der zweitwichtigste Abnehmer von deutschen Maschinenbau- erzeugnissen. Die Volksrepublik war 2019 auch Deutschlands wichtigster ausländischer Lieferant von Maschinen, vor allem aber von Komponenten und Teilen. „Wir müssen mit Einschränkungen entlang der Lieferketten von China nach Deutschland rechnen”, lautet die Erwartung des VDMA-Chefvolkswirts Dr. Ralph Wiechers. Die VDMA-Volkswirte kommen in einer aktuellen Analyse zum Ergebnis, dass rund ein Viertel aller Vorleistungen des deutschen Maschinenbaus aus dem Ausland kommen. Der chinesische Wertschöpfungsanteil allein dürfte inzwischen rund 3 bis 4 Prozent erreicht haben. „Das erscheint auf den ersten Blick zwar gering. Doch die globalen Wertschöpfungsketten sind eng verzahnt. Fehlen einzelne Schlüsselkomponenten, wie beispielsweise eine in China hergestellte hochspezifische Steuerungseinheit, kommt es, sofern keine anderen Lieferanten einspringen können, zu einer gravierenden Störung im Produktionsablauf. Am Ende kann das dazu führen, dass eine Maschine nicht an den Kunden ausgeliefert werden kann“, erläuterte Wiechers.

Haben Sie noch Fragen? Carina Mazzucato, VDMA Bayern, Telefon+49 89 27 82 87 34, carina.mazzucato@vdma.org, beantwortet sie gerne.

Der VDMA Bayern vertritt mehr als 450 Unternehmen des mittelständisch geprägten Maschinen- und Anlagenbaus. Mit 236.000 Erwerbstätigen im Inland und einem Umsatz von 55 Milliarden Euro (2018) ist der Maschinenbau einer der führenden Industriezweige insgesamt.

Downloads