Handelskriege und Populismus – Europa als Antwort auf neue Herausforderungen

Zu diesem Thema trafen sich am 23. Oktober 2018 hochrangige Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zum Regionalforum Ostbayern in Regensburg.

Diese neue Veranstaltungsreihe des VDMA Bayern findet zukünftig in regelmäßigen Abständen zu fachlichen und politischen Themenstellungen statt. Ziel des Formats ist es, Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik durch ausgewählte Referenten zu informieren und eine Plattform zum Austausch zu bieten.

Das erste Forum thematisierte ein Phänomen in Europa und bei unseren engsten Verbündeten, das von den Vertretern einer freiheitlich verfassten Demokratie als äußerst kritisch angesehen werden muss: der Populismus. Der Schwerpunkt der Veranstaltung lag dabei auf den USA unter Trump und den Visegrad-Staaten.

In seiner Eröffnungsrede erinnerte Dr. Rolf Pfeiffer von der Firma DEPRAG SCHULZ, dass es alles andere als selbstverständlich ist, in einer Zeit voller Frieden und Wohlstand zu leben. Eindringlich schilderte er, wie es damals als unbedarfter Wehrdienstleistender war, an der bayerisch-tschechischen Grenze zu stehen und diese vor dem vermeintlichen Feind zu schützen. Um so wichtiger ist es daher laut Pfeiffer, sich im Hinblick auf unserer Geschichte, aktiv im Bekannten- und Freundeskreis für ein geeintes und freies Europa einzutreten und dieses gegen die simplizistischen Thesen der Populisten zu verteidigen.

Warum diese alternativen Fakten auf so fruchtbaren Boden in den USA fallen, damit befasste sich Prof. Stephan Bierling von der Universität Regensburg in seinem anschließenden Vortrag. Sein ernüchterndes Fazit machte deutlich, dass sich Deutschland unter diesen Umständen darauf fokussieren muss, die Zusammenarbeit mit den proeuropäischen Gruppierungen in den USA zu verstärken und auf die Zeit nach Trump zu hoffen.

Wie schwierig es aber ist, als Europa mit einer Stimme aufzutreten, machte Holger Kunze, der Leiter des VDMA-Büros in Brüssel, deutlich. Es deutet sich nämlich laut Kunze an, dass die Kräfteverhältnisse im Europaparlament nach den Wahlen 2019 weniger eindeutig sein werden, als Sie es bisher waren. 

Im zweiten Teil der Veranstaltung stellten Dr. Jürgen Helmes von der IHK Oberpfalz und Dr. Arnold Szegö von Krones Hungary dar, dass die wirtschaftlichen Verwicklungen zwischen Deutschland und unseren östlichen Nachbarn trotz aller Animositäten immer enger werden und so die Abhängigkeit voneinander zunimmt. Abschließend betonte Dr. Kai-Olaf Lang von der Stiftung für Wissenschaft für Politik in seinem Vortrag, dass man dennoch nicht vergessen dürfe, wo diese Länder begonnen hätten und wieweit diese in ihrer Entwicklung in relativ kurzer Zeit gekommen wären.

Ullrich Lechte von der FDP-Fraktion des deutschen Bundestages spannte dann zum politischen Abschluss nochmals den Bogen zu den USA unter Trump und appellierte an die Teilnehmer des Forums, sich der nun noch größeren Notwendigkeit eines starken Europas bewusst zu sein. Denn nur dann, so der Politiker, werde man weltpolitisch auch etwas erreichen können.

Andreas Estner
VDMA Bayern
andreas.estner@vdma.org
089/278287-33

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