Japangeschäft im Aufschwung - Neue Chancen für den deutschen Mittelstand?

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Unter diesem Thema kamen am 9. Juli 2018 Vertreter bayerischer Mitgliedsfirmen in Nürnberg zusammen. Der Erfa ist Teil eines Japan-Schwerpunktes des VDMA Bayern dieses Jahr. Im November 2018 organisiert der Landesverband gemeinsam mit Bayern International außerdem ein BayernForum Japan.

Konjunktur

Deutschland liegt mit 262 Mrd. Euro Umsatz an 3. Stelle im Ranking der Länder mit dem meisten Weltmaschinenumsatz. Japan liegt knapp dahinter an 4. Stelle mit 238 Mrd. Euro Umsatz (2016).  

Die Wirtschaftsbeziehungen zu Japan sind im Aufschwung, 2016 hat die Maschinenausfuhr nach Japan um 11 Prozent zugelegt, 2017 sogar noch mal um knapp 12 Prozent. Mittlerweile liegt Japan damit auf Platz 20 der größten Exportmärkte für deutsche Maschinen. Dieser Trend hält im aktuellen Jahr weiter an, mit einem Zuwachs von 12 Prozent von Januar bis März 2018.

Gründe dafür liegen natürlich einerseits in einer vermehrten Öffnung Japans, gleichzeitig ist aber auch zu hören, dass die Zulieferkette in der Automobilindustrie Japans im Moment mit Lieferproblemen zu kämpfen hat. Daher müssen sich die OEMs derzeit ihre Komponenten teilweise auch bei ausländischen Zulieferern besorgen.

Markt Japan – Erfahrung der Teilnehmer

Der Großteil der anwesenden Firmen bearbeitete den Markt Japan über einen Vertriebspartner, nur wenige haben eine eigene Niederlassung. Alle machen zwischen 1-2 Prozent ihres Gesamtumsatzes in Japan. Damit ist der Markt ein kleiner und teilweise schwierig zu bearbeitender Markt.

Positiv am Markt Japan sind praktisch nicht vorhandene Zölle im Maschinenbau und kaum technische Handelshemmnisse. Der VDMA erwartet, dass durch das gerade ratifizierte Freihandelsabkommen auch indirekt positive Effekte für den Maschinenbau entstehen, weil Abnehmerbranchen direkt von JEFTA profitieren.

Japanische Kunden sind anspruchsvoll, und verlangen eine hohe Spezialisierung. Dadurch ergibt sich aber gleichzeitig auch ein hohes Preisniveau. Die Genauigkeit von japanischen Kunden verlangt dem Service auch besondere Leistung ab.

Schwierig gestaltet sich die Personalsuche. Gute Englischkenntnisse sind immer noch selten. Ingenieure werden gleich nach der Uni von japanischen Unternehmen abgeworben, deutsche Unternehmen sind teilweise kaum bekannt. Außerdem bindet man sich in Japan lange an seinen Arbeitgeber, Loyalität wird hoch bewertet. Daher müssen bei der Suche nach einem Geschäftsführer für eine Niederlassung auch durchaus Zeiten von 9-12 Monaten eingeplant werden.